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Neue Anknüpfungspunkte für schwer erreichbare junge Menschen

08.05.2018 CJD Offenburg « zur Übersicht

Das Erwachsenwerden ist nicht immer einfach und erfordert manchmal Unterstützung, Beratung und Begleitung. Doch immer wieder rutschen junge Menschen durch das soziale Netz oder entziehen sich ihm bewusst. Die Gründe sind vielfältig. Und doch haben gerade diese jungen Menschen einen besonderen Bedarf: Einige haben die Schule abgebrochen. Einige sind obdachlos. Sie haben kein stabiles Netzwerk. Viele nehmen legale oder illegale Drogen. Für diese jungen Menschen wurde ein niederschwelliges Angebot zur Aktivierung und Stabilisierung entwickelt.

Die kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis hat AgilEvent und das CJD Offenburg beauftragt, die neue Maßnahme nach § 16h SGB II durchzuführen. Die Maßnahme richtet sich speziell an schwer erreichbare junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, die vom System entkoppelt sind, obwohl sie grundsätzlich SGB II berechtigt sein könnten. Der § 16h SGB II ermöglicht Hilfen für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dabei wird das Ziel verfolgt, die jungen Menschen (zurück) auf den Weg in Bildungsprozesse, Maßnahmen der intensiven berufsorientierten Förderung, Ausbildung oder Arbeit zu holen. Für die schwere Erreichbarkeit gibt es unterschiedliche Gründe: z.B. ausbleibende familiäre Unterstützung, schwierige Lebensverhältnisse oder Misstrauen gegenüber Institutionen. Durch aufsuchende Sozialarbeit und offene, wohnortnahe Angebote sollen die Probleme der jungen Menschen bearbeitet werden. Ziel ist es sie in ein Netzwerk einzubinden, welches auch nach der Maßnahme wirken kann. Das CJD Südbaden unterstützt junge Menschen in Offenburg und Achern.

Eine große Herausforderung besteht zunächst darin, die jungen Menschen zu finden, für die dieses Angebot geschaffen wurde. Unsere Sozialarbeiter suchen aus diesem Grund typische Treffpunkte in den Städten auf und nehmen Kontakt zu jungen Menschen auf, die für die Maßnahme empfohlen werden. Zunächst wird durch den Sozialarbeiter im Gespräch geklärt, ob die Personen grundsätzlich leistungsberechtigt sind und deshalb am Projekt teilnehmen können. Der Zugang zum Projekt ist jedoch vielfältig und vor allem freiwillig.

Zunächst steht es im Mittelpunkt das Vertrauen der jungen Menschen zu gewinnen und ihnen individuelle Angebote zu machen, die ihren Bedarfen entsprechen. Sozialpädagogen suchen die jungen Menschen auf, bieten Gespräche und Unterstützung an. So individuell wie die jungen Menschen selbst sind, so individuell ist auch die Art ihrer Begleitung. Alle Fälle sind Einzelfälle. Gemeinsam erarbeiten Sozialpädagogen und Teilnehmende individuelle Ziele und Vorstellungen der eigenen Zukunft und besprechen dann gemeinsam Wege, wie diese Vorstellungen umgesetzt werden können. Ein wichtiger Schritt besteht darin, ein Hilfesystem für die jungen Menschen zu gestalten, indem eine persönlich geprägte langfristige Verbindung zu den jeweiligen jungen Menschen aufgebaut wird, die Sicherheit, Vertrauen und Akzeptanz schafft und einen nachhaltigen Weg in die Zukunft ebnet. Das können Jugendämter oder die Kommunale Arbeitsförderung sein. Hierfür ist es erforderlich Misstrauen abzubauen und die Menschen zu befähigen, entsprechende Anträge zu stellen. Auf diesem Weg werden die jungen Menschen sensibel begleitet und unterstützt.

Da sich viele der Betroffenen in einer schwierigen Lebensphase befinden, ist die Krisenintervention ein zentraler Aspekt des Programmes, um insbesondere Kurzschlussreaktionen (z.B. ein Schulabbruch) zu vermeiden. Das Programm soll helfen, einen Schritt heraus aus der Orientierungslosigkeit zu gehen und eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Nach der Stabilisierung und Aktivierung wird der fließende Übergang in ein Regelangebot angestrebt.

Neben individuellen Angeboten werden auch Angebote für Kleingruppen unterbreitet. Alle Aktivitäten sind niederschwellig. Das bedeutet, dass die Hürde teilzunehmen, durch Wohnortnähe und aufsuchenden Charakter niedrig, gehalten wird. Im CJD Südbaden wird das Projekt „CJD Fundbüro Zukunft“ genannt. Die jungen Menschen können dort Erfahrungen teilen und neue Erfahrungen sammeln und damit einhergehend Selbstvertrauen, Zuversicht und Stärke finden.

Das Angebot ist für die Teilnehmenden kostenlos und wird von der kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.